Wie wirksam ist Online-Protest überhaupt?

Die Wirkung von Online-Aktivitäten wie Online-Petitionen, Protest-E-Mails usw. lässt sich nicht allgemeingültig vorhersagen. Wichtigste Faktoren sind:

  • der Adressat oder die Adressatin
  • das eigentliche Anliegen
  • die Konjunktur des Themas in der Öffentlichkeit
  • die Anzahl der E-Mails

und einige weitere Einflüsse spielen dabei eine wichtige Rolle. Campact ist das beste Beispiel dafür, dass gut gemachte Online-Kampagnen Wirkungen haben, insbesondere, wenn sie wie bei Campact mit weiteren Aktivitäten und Öffentlichkeitsarbeit verknüpft sind.

Die Anzahl von E-Mails ist dabei keineswegs immer der entscheidende Faktor. Eine mittelgroße Zahl unterschiedlicher Beschwerdemails von Bürger/innen eines Wahlkreises direkt an eine/n Abgeordnete/n können sehr schnelle und wirksame Veränderungen bewirken, z.B. bei einer Abstimmung im Bundes- oder Landtag, insbesondere wenn öffentliche Debatten beginnen, das Ansehen leiden könnte oder Wahlen vor der Tür stehen.

Eine große Zahl unterzeichneter E-Mails, Petitionen usw. ist in jedem Fall eine gute Legitimation, um die darin geäußerten Positionen vehement in der Öffentlichkeit vertreten zu können.

Die Zahlen sind dabei eindrucksvoll: Über Campact engagieren sich bereits rund 1,7 Millionen Menschen, von denen viele mehr tun, als nur einen Online-Appell zu unterzeichnen. 40.000 Menschen zeigen durch ein Türschild "Ein Bett für Snowden", dass sie im Gegensatz zur Bundesregierung bereit wären, den Whistleblower Edward Snowden bei sich aufzunehmen. 27.000 Bürger haben vor der Europawahl 6,5 Millionen Türhänger in ihrer Nachbarschaft verteilt, um über die Positionen der Parteien zum TTIP-Abkommen zu informieren. Gegen TTIP fanden acht Flashmobs bei Wahlkampfauftritten von Angela Merkel und Martin Schulz statt, deren Bilder bis heute das öffentliche Bild des TTIP-Protests prägen.

Bei der Kampagne zur Energiewende wurden die Bürger besonders aktiv: Es fanden im Frühjahr 2014 in ganz Deutschland in vier Monaten 40 Aktionen statt, darunter vier Großdemonstrationen mit insgesamt 42.000 TeilnehmerInnen. Acht MinisterpräsidentInnen nahmen die über 200.000 Unterschriften entgegen, manchmal erst nach einer "Verfolgungstour" mit mehreren Aktionen, jeweils mit großem Presseecho. Unterschriftenübergaben fanden auch in sieben Wahlkreisen von Mitgliedern des federführenden Wirtschaftsausschusses statt.

Über Campact machen sich BürgerInnen auffindbar als Unterstützer eines Anliegens. Campact vernetzt sie und ermöglicht ihnen, ihrem Anliegen politisch Wirkung zu verschaffen - und zwar in der Regel nicht im Netz, sondern offline: auf der Straße, vor dem Wahlkreisbüro, in der Nachbarschaft oder am Ort der politischen Entscheidung, vor Parlamenten und Ministerien.

Sie sehen also: Online-Protest ist heute ein wichtiger Baustein politischer Kampagnen, in der Weiterentwicklung seiner Formen liegt noch viel weiteres Potenzial. Auch das ist eine Aufgabe, der sich Campact widmet.

Wir hoffen daher, dass Sie an unseren Kampagnen und Aktionen zahlreich teilnehmen und bedanken uns für Ihr Interesse und Engagement!

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