Ist Glyphosat jetzt krebserregend oder nicht?

Laut der Weltgesundheitsorganisation ist Glyphosat “wahrscheinlich krebserregend”. Das schrieb die Internationale Agentur für Krebsforschung (IARC) der Weltgesundheitsorganisation WHO im März 2015 in der Fachzeitschrift „The Lancet”, nachdem sie Vergleichsstudien aus Kanada, Schweden und den USA ausgewertet hatte.

 

Es gebe „begrenzte Belege“ dafür, dass Glyphosat das Non-Hodgkin-Lymphom (eine Gruppe von Krebserkrankungen) beim Menschen auslösen könne, sowie „überzeugende Belege“ dafür, dass der Wirkstoff bei Labortieren wie Mäusen und Ratten Krebs verursache. Doch im Mai 2016 vermeldete eine neue Studie der Arbeitsgruppe der Food and Agriculture Organization (FAO) und WHO, dass Glyphosat doch nicht krebserregend sei. Journalist/innen der britischen Zeitung The Guardian fanden allerdings kurz darauf heraus, dass die Ergebnisse dieser Studie kaum als unabhängig bezeichnet werden können: Der Vorsitzende der Arbeitsgruppe wurde indirekt von Monsanto bezahlt. Auch die Bewertung der European Chemicals Agency (ECHA) fällt negativ aus. Glyphosat sei nicht krebserregend. Doch auch diese Beurteilung ist angreifbar. So hat die ECHA viele wissenschaftliche Studien, die krebserregende Effekte an Tieren belegen, nicht berücksichtigt. Sie hat Warnungen von mehr als 90 unabhängigen Wissenschaftler/innen einfach ignoriert und ihre Bewertung stattdessen auf den Industrie-finanzierten und nicht veröffentlichten Studien begründet, warnt Greenpeace. Gleichzeitig mit der Veröffentlichung der ECHA-Bewertung sind interne E-Mails von Monsanto öffentlich geworden, die eindeutig zeigen: Monsanto verfälscht wissenschaftliche Studien. Die Bewertung der ECHA erscheint daher nicht verlässlich.

 

Abonnieren Sie diesen Artikel um eine Benachrichtigung per Email zu erhalten sobald er aktualisiert wird.